Das Eidgenössische Turnfest ist der grösste polysportive Anlass der Schweiz. Der Anlass existiert seit 1832 und wird seit den 70er Jahren in einem 6-Jahres-Zyklus ausgetragen. Vom 12 – 22. Juni 2025 findet das Fête fédérale de gymnastique, FFG in Lausanne statt. Die Vorbereitungen auch in Punkto Nachhaltigkeit laufen auf Hochtouren. Wir konnten mit Lauriane Ryser, Nachhaltigkeitsverantwortliche Lausanne 2025 etwas hinter die Kulissen schauen.
Lesen Sie hier das Interview mit Lauriane Ryser, vom 26. September 2024.
Wie stellt das Organisationskomitee die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Lausanne 2025 sicher?
Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des FFG wird zu 40% durch die von den Turnern und Vereinen bezahlten Teilnehmergebühren und zu 25% durch die privaten und institutionellen Partner des Events gewährleistet. Die restlichen 35% werden durch die Einnahmen aus den Verkäufen während und nach der Veranstaltung finanziert.
Wird beim Lausanne 2025 der ökologische Fussabdruck gemessen und versucht ihr diesen gegenüber der Austragung in Aarau 2019 zu reduzieren?
Der CO2-Fussabdruck wurde bei Aarau 2019 nicht gemessen und es wurde beschlossen, für Lausanne 2025 keine CO2-Bilanz zu erstellen, da es sich um eine einmalige Veranstaltung handelt, weshalb es schwierig ist, sie von Ausgabe zu Ausgabe zu vergleichen. Wir messen jedoch unsere Auswirkungen und konzentrieren uns darauf, spezifische Nachhaltigkeitsdaten zu sammeln, wie z. B. Energieverbrauch, zurückgelegte Kilometer pro Transportmittel, Tonnen von Abfall. Dies zwei Gründen: Erstens, um dem nächsten Komitee Zahlen zu überlassen, die ihnen nutzen, und zweitens, um alle Daten zur Verfügung zu haben, falls es sich doch als sinnvoll erweisen sollte, eine CO2-Bilanz zu erstellen.

Bei 70’000 Teilnehmenden und 300’000 Zuschauenden fällt beim Eidgenössischen Turnfest entsprechend viel Abfall an. Welche Massnahmen seht ihr vor, dass Abfall vermieden und die Teilnehmenden und die Zuschauer zu einem geringen Ressourcenverbrauch sensibilisiert werden?
Eine wichtige Massnahme ist die Verwendung von Mehrweg- und Pfandgeschirr, nicht nur für Becher, sondern für alle Arten von Geschirr. Mülltrennung und die richtige Entsorgung von recycelbaren Abfällen sind ebenfalls selbstverständlich. Darüber hinaus bitten wir unsere Partner, keine Einwegartikel zu verteilen, arbeiten an der Reduzierung von Verpackungen und denken auch über das Material nach, das wir kaufen, damit es schon heute ein zweites Leben findet. Sicher ist jedoch, dass trotz dieser Bemühungen niemals alle Abfälle, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mitgebracht werden, unter Kontrolle gebracht werden können.
Habt ihr mit euren Sponsoren gemeinsame Nachhaltigkeitsmassnahme erarbeitet?
Eine unserer wichtigsten Massnahmen ist unser Nachhaltigkeitsfonds. Dieser wird von unseren Sponsoren gespeist, die einen zusätzlichen Betrag bereitstellen, um Nachhaltigkeitsprojekte in der Sport- und Veranstaltungswelt zu unterstützen, wie z.B. Eventprofil 2.0.
Diese Idee wurde sehr gut aufgenommen und ist ein echter Erfolg. Wir sind stolz und dankbar, dass wir bei diesen Themen mit unseren Sponsoren zusammenarbeiten können!

Wir arbeiten auch sonst Hand in Hand mit unseren Sponsoren und bitten sie, uns im Vorfeld der Veranstaltung einen Nachhaltigkeitsplan vorzulegen. Mit diesem erklären sie, wie sie bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte wie z.B. Mobilität, Abfall oder den Vertrieb von Produkten behandeln. Dies ermöglicht eine gute Zusammenarbeit und auch eine gute Vorausschau.
Vielen Dank für diese spannende Einblicke in eure Vorbereitungsarbeiten! Wenn du zum Abschluss noch über den Event hinaus in die Zukunft blickst: welches Vermächtnis wünscht ihr euch von Lausanne 2025?
Um eine langfristige Wirkung zu erzielen, möchten wir, dass möglichst viele Projekte mithilfe des Nachhaltigkeitsfonds ins Leben gerufen werden können. Wir möchten auch andere Veranstaltungsorganisatoren inspirieren und ermutigen, relevante und glaubwürdige Maßnahmen umzusetzen. Und vor allem hoffen wir, dass die Impulse von Lausanne 2025 im Jahr 2031 im Tessin weitergeführt werden!
Hier finden sie die Nachhaltigkeitsmassnahmen des Events.

(Claudio Thoma/freshfocus)